Leben mit Zöliakie

Glutenfrei leben

Im letzten Blogartikel drehte sich alles um Zöliakie als Krankheitsbild – heute fokussieren wir uns darauf, welche ersten Schritte man als Neubetroffene(r) beachten sollte. Wir möchten dieses Thema aufgreifen, da wir, NOglla, uns damit identifizieren können und Betroffenen eine Plattform bieten wollen, um zu verdeutlichen, dass Du mit Zöliakie nicht alleine bist.

Dabei freuen wir uns, dass wir hierzu Frau Bianca Maurer, Pressesprecherin der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V., im Rahmen eines Interviews einige Fragen stellen können.

Q: Frisch nach der Diagnose vom Arzt: Welche Anlaufstellen habe ich, um mich informieren und beraten zu lassen; wo weiß ich, dass ich damit nicht alleine bin?

DZG: Die erste Anlaufstelle ist die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG). Die DZG steht den Zöliakiebetroffenen von der Diagnose bis hin zur glutenfreien Ernährung mit Rat und Tat zur Seite und ist für die Betroffenen da. Kompetente

Beratung und Informationen helfen den Betroffenen weiter und zeigen Ihnen, dass sie nicht alleine sind. Eine Mitgliedschaft hilft den Betroffenen außerdem beim Umgang mit der Erkrankung. Der Austausch mit anderen, gleichgestellten Menschen regt das Selbsthilfepotential an und stärkt das Selbstbewusstsein. Wenn Zöliakie zum Teil eines ganz normalen Alltags wird, kann dies den Umgang mit der Erkrankung erheblich erleichtern. Deshalb fördern wir als Selbsthilfeorganisation durch unsere verschiedenen Angebote und Veranstaltungen auch den Austausch der Betroffenen untereinander.

Q: Worauf muss ich beim Einkaufen achten? In welchen Zutaten ist Gluten versteckt? Welche Produkte meide ich besonders – sind sie vom Äußeren zu unterscheiden?

DZG: Gluten steckt in verschiedenen Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste und ist somit in allen herkömmlichen Brot-, Back- und Teigwaren enthalten, die mit diesen Getreiden hergestellt wurden. Hier ist es für

Zöliakiebetroffene offensichtlich, dass diese Lebensmittel für sie nicht geeignet sind und gemieden werden müssen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Lebensmittel mit „verstecktem“ Gluten. Dazu gehören beispielsweise gebundene Saucen und Suppen, Fertiggerichte, Wurst, Ketchup, Gewürzmischungen, Pudding, Schokolade und Eis. Diese Produkte können Gluten enthalten.

Bei verpackten Lebensmitteln müssen deshalb in der Zutatenliste glutenhaltige Inhaltsstoffe gekennzeichnet werden. Beim Einkauf sollten Betroffene deshalb aufmerksam die Zutaten lesen oder mit Hilfe der aktuellen Aufstellung glutenfreier Lebensmittel der DZG einkaufen.

Speziell glutenfreie Produkte sind mit der Aufschrift „Glutenfrei“ oder dem „Glutenfrei“-Siegel der DZG gekennzeichnet. Dieses Symbol der durchgestrichenen Ähre gibt Betroffenen Sicherheit und lässt direkt auf einen Blick erkennen, dass ein Produkt sicher glutenfrei ist.

Q: Auf welche Produkte muss ich nicht verzichten und kann sie beruhigt genießen und verzehren (Beispiel: Gerücht, dass Himbeeren auch Gluten enthalten)?

DZG: Viele Lebensmittel sind in unverarbeiteter Form glutenfrei und können beruhigt genossen werden. Von Natur aus glutenfrei sind beispielsweise alle frischen Obst- und Gemüsesorten, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Fleisch und Fisch in

unverarbeiteter Form, naturbelassene Milchprodukte, Eier, Nüsse, Saaten und Kerne.

Zu den herkömmlichen glutenhaltigen Getreidesorten gibt es außerdem zahlreiche glutenfreie Alternativen, wie Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Quinoa und Amaranth. Beim Kauf dieser von Natur aus glutenfreien Getreiden/ Pseudocerealien, die nicht als Lebensmittel speziell für Menschen mit Zöliakie/Glutenunverträglichkeit hergestellt wurden, bestehen Kontaminationsrisiken. Wir empfehlen daher ganze Körner zu kaufen, und diese vor

der Verarbeitung auf Fremdbesatz zu untersuchen, zu verlesen und sorgfältig zu reinigen bzw. als speziell glutenfrei gekennzeichnet auszuwählen.

Das Gerücht, Himbeeren seien glutenhaltig, trifft somit nicht zu. Obst ist in unverarbeiteter Form immer glutenfrei.

Q: Wie erkläre ich es am besten meiner Familie und meinen Freunden? Bzw. wie bereite ich sie am besten auf meine Lebensumstellung vor?

DZG: Für Betroffene ist es wichtig, so offen wie möglich mit der besonderen Ernährungsweise umzugehen. Je umfangreicher Familie und Freunde über die glutenfreie Ernährung Bescheid wissen, desto besser. Sicherlich werden öfters

gemeinsame Mahlzeiten verbracht. Daher ist es notwendig, dass alle genau wissen, welche Lebensmittel im Rahmen einer glutenfreien Ernährung verwendet werden dürfen und welche nicht. Dabei sollte auch besonders auf das Kontaminationsrisiko in gemischten Haushalten aufmerksam gemacht werden.

Auf unserer Homepage der www.dzg-online.de gibt es verschiedene Flyer zur glutenfreien Ernährung, die an Freunde und Familie übergeben werden können und bei der Erklärung hilfreich sind. Und natürlich können sich auch die Familien und Freunde von Betroffenen immer telefonisch an die DZG wenden, wenn Fragen/ Unsicherheiten auftauchen.

Oft ist es für das Verständnis von Familie und Freunden hilfreich, einmal gemeinsam zu kochen, damit der Betroffene erklären kann, worauf zu achten ist und wo die Schwierigkeiten liegen.

Q: Wie bereite ich mich am besten auf Feierlichkeiten bei Familie und Freunden vor, wie an Weihnachten, Ostern oder an Geburtstagen?

DZG: Je nachdem, ob die Feier im Privathaushalt oder in einem Restaurant stattfindet, sind unterschiedliche Vorbereitungen nötig. In jedem Fall sollten Gastgeber bzw. Restaurant über die Erkrankung und die Dringlichkeit einer glutenfreien Ernährung informiert werden. Es sollte zuvor abgeklärt werden, ob glutenfreie Speisen angeboten werden bzw. ob etwas glutenfrei zubereitet werden kann. Dabei sollte auch auf Kontaminationen detailliert eingegangen werden (Lagerung, Zubereitung, Arbeitsgeräte, Fritteuse...).

Findet die Feier im Privathaushalt statt, kann zudem angeboten werden, dass selbst etwas Glutenfreies zum Buffet beigesteuert wird, dass glutenfreie Rezepte zur Verfügung gestellt werden oder dass bei der Zubereitung der glutenfreien

Speisen geholfen wird. Es ist außerdem immer empfehlenswert, ein „Notfallpäckchen“ mit glutenfreien Snacks mitzunehmen.

Q: Was tue ich, wenn ich unwissentlich glutenhaltige Sachen verzehrt habe – gibt es ein „Gegenmittel“?

DZG: Ein „Gegenmittel“ gibt es leider nicht. Wichtig ist, dass die unbeabsichtigte Glutenquelle in Zukunft gemieden wird um erneute Diätfehler zu vermeiden.

Es können leider nur die einzelnen Symptome behandelt werden. Bei Magen-Darm-Beschwerden können verschiedene Tees lindernd wirken. Ingwertee hilft beispielsweise gegen Übelkeit, Fenchel-Anis-Kümmel-Tee wirkt krampflösend und entspannend auf Magen und Darm. Bei Durchfällen ist es wichtig, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und genug zu trinken. Ansonsten bleibt einem nur, dem Körper die nötige Ruhe zu gönnen und abzuwarten, bis die Symptome abklingen.

Im Anschluss möchten wir uns nochmals für das sehr informative und ausführliche Interview bei der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V. und Frau Maurer bedanken.

 

Wir hoffen, dass wir vielen Neuzölis damit die Lebensumstellung etwas erleichtern können.

 

Weitere Informationen findest du natürlich auch auf www.dzg-online.de

 

Bianca Maurer, Ernährungsmanagerin Diätetik (B. Sc.)

Pressesprecherin Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V.


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Kommentare: 4
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